X-Wing – das Rechteck mit der eleganten Schlussfolgerung
Die erste „echte“ Sudoku-Profi-Technik. Eine Ziffer hat in zwei Zeilen exakt dieselben zwei Spalten als Kandidaten-Position. Daraus folgt zwingend, dass diese Ziffer in genau zwei dieser vier Ecken steht – und damit nirgendwo sonst in diesen Spalten.
Wie sieht ein X-Wing aus?
Stell dir vor, in Zeile 2 kann die Ziffer 7 nur in Spalte 3 und Spalte 7 stehen. In Zeile 6 ist es genauso: Die 7 ist auf Spalte 3 und Spalte 7 beschränkt. Du hast ein Rechteck aus vier Zellen:
Auch wenn du nicht weißt, in welchen genau die 7 stehen wird: Es muss in jeder der beiden Zeilen genau eine 7 geben, und die einzigen Plätze sind die Ecken des Rechtecks. Daraus folgt automatisch: Auch in den Spalten 3 und 7 sind diese beiden Rechteck-Zellen die einzigen Plätze für die 7.
💡 Die Schlussfolgerung: Die 7 in Spalte 3 kommt aus einer der zwei Rechteck-Zellen in Spalte 3. Die 7 in Spalte 7 kommt aus einer der zwei Rechteck-Zellen in Spalte 7. Alle anderen Zellen in Spalte 3 und Spalte 7 können die 7 nicht mehr als Kandidat haben.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Wähle eine Ziffer, bei der du nach Eliminationen suchst (z. B. die 7).
- Finde zwei Zeilen, in denen diese Ziffer als Kandidat nur in genau zwei Zellen steht.
- Prüfe die Spalten: Sind die beiden Kandidaten-Spalten in beiden Zeilen identisch?
- Wenn ja: Du hast ein X-Wing. Streiche die Ziffer als Kandidat aus allen anderen Zellen dieser zwei Spalten.
- Funktioniert auch umgekehrt: Statt zweier Zeilen kannst du zwei Spalten anfangen – dann werden Zeilen eliminiert.
Wann lohnt sich die Suche?
X-Wings sind selten in leichten und mittleren Sudokus. Sie tauchen verlässlich erst auf, wenn dein Sudoku als „schwer“ oder „extrem“ eingestuft ist und einfachere Techniken versagen. Faustregel: Wenn du mit Naked Pairs und Pointing Pairs nicht mehr weiterkommst, ist X-Wing die nächste Wahl.
Warum heißt es „X-Wing“?
Der Name stammt aus den X-förmigen Verbindungslinien, die manche Sudoku-Lehrbücher zwischen den vier Ecken eines X-Wings zeichnen – diagonale Linien, die das Rechteck symbolisch verbinden. Mit Kampfsternen aus Star Wars hat es nichts zu tun, auch wenn sich das gut merken lässt.
Erweiterungen: Swordfish und Jellyfish
Was X-Wing für zwei Zeilen/Spalten ist, ist Swordfish für drei und Jellyfish für vier. Die Logik ist identisch, nur die Dimensionen wachsen. Die meisten manuell lösbaren Sudokus brauchen aber nicht über Swordfish hinaus.
⚠️ Falscher Alarm: Ein X-Wing setzt voraus, dass die Ziffer in den beiden Zeilen nur in genau diesen zwei Spalten als Kandidat erlaubt ist. Wenn in einer der Zeilen noch ein dritter möglicher Platz existiert, ist es kein X-Wing – selbst wenn das Rechteck visuell vorhanden zu sein scheint.