Sudoku-Lösungstechniken in der richtigen ReihenfolgeRatgeber

Kandidaten notieren: Bleistiftnotizen im Sudoku

Kandidaten sind die Zahlen, die in einer leeren Sudoku-Zelle noch möglich sind. Du notierst sie klein in die Zelle, am besten jede Zahl immer an derselben Stelle, und streichst sie, sobald dieselbe Zahl in Zeile, Spalte oder Block gesetzt wird.

Rätselgitter mit kleinen, ordentlich angeordneten Bleistiftnotizen in den leeren Kästchen, darauf ein Bleistift
Bild: KI-generiert

Kandidaten sind die möglichen Werte einer noch leeren Zelle [1]. Wer sie mit Bleistift klein in die Zellen schreibt, macht Bleistiftnotizen, im Englischen "pencil marks" [1]. Ein Gitter, in dem alle Kandidaten eingetragen sind, heißt bei HoDoKu Pencil-Mark-Gitter oder kurz PM [1].

Unsere Einschätzung: Für leichte Rätsel brauchst du keine Notizen. Ab der mittleren Stufe kommst du ohne sie kaum weiter, weil die meisten Techniken dort Kandidaten streichen [1]. Auf dieser Seite geht es darum, wann du mit den Notizen anfängst, wie du sie lesbar hältst und wie du an einem geprüften Beispiel siehst, was sie dir zeigen.

Wann sich Notizen lohnen

Andrew Stuart rät auf SudokuWiki, ein Rätsel mit einfachen Platzierungen zu beginnen und dabei zuerst die Blöcke abzusuchen [2]. Dafür brauchst du keine Notizen, denn Hidden Singles findest du mit Bleistift und Papier leicht auch ohne sie [3]. Anders bei den Naked Singles: Um sie von Hand zu finden, trägst du laut HoDoKu entweder alle Kandidaten ein oder zählst für einzelne Zellen die Zahlen, die sie sehen [3].

Spätestens bei den Paar-Techniken führt kaum ein Weg an Notizen vorbei. HoDoKu schreibt, dass sich Naked Subsets, also Naked Pairs und ihre größeren Verwandten, am besten finden lassen, wenn alle übrigen Kandidaten eingetragen sind [4]. Hidden Pairs sind mit Notizen leicht zu finden, Hidden Quadruples ohne Notizen dagegen kaum [5].

Unser Rat: Fang mit den Notizen an, wenn du die Blöcke zweimal hintereinander für alle Zahlen abgesucht hast, ohne etwas Neues zu finden. Vorher kosten die Notizen mehr Zeit, als sie sparen, weil zu Beginn noch zu viele Kandidaten in jeder Zelle stehen. Jede Zahl, die du vorher ohne Notizen setzt, nimmt ihren Nachbarzellen einen Kandidaten und spart dir später Schreibarbeit.

Alle Kandidaten oder nur einige

Es gibt zwei verbreitete Arten, Notizen zu führen. Welche besser passt, hängt vom Rätsel und von dir ab. Die folgende Gegenüberstellung ist unsere Einschätzung.

ArtSo gehst du vorStärkeSchwäche
Vollständige NotizenFür jede leere Zelle alle Zahlen eintragen, die Zeile, Spalte und Block noch erlauben.Naked Singles, Pairs und Triples sind sofort sichtbar.Viel Schreibarbeit, volle Zellen auf kleinem Papier.
Teilweise NotizenEine Zahl nur dann notieren, wenn sie in einem Block nur noch zwei Plätze hat.Wenig Schreibarbeit, Paare im Block fallen auf.Eine Zelle mit nur einer notierten Zahl ist nicht unbedingt ein Single, weil andere Kandidaten fehlen.

Die teilweise Variante eignet sich für mittlere Rätsel, die vor allem Hidden Singles und Pointing Pairs verlangen. Bei schweren Rätseln mit Pairs und Triples lohnen sich nach unserer Erfahrung vollständige Notizen, weil diese Muster nur sicher sind, wenn wirklich alle Kandidaten einer Zelle dastehen.

Kandidaten Schritt für Schritt eintragen

Alle Kandidaten auf einmal einzutragen dauert. Wie viele es sind, zeigt das Beispielrätsel weiter unten: Nach unserer Rechnung hat dort zu Beginn eine Zelle nur einen Kandidaten, 12 Zellen haben zwei, 17 Zellen drei, 14 Zellen vier, sechs Zellen fünf und eine Zelle sechs. Zusammen sind das 168 kleine Zahlen.

Für das Eintragen gibt es zwei Wege, beide sind unser Rat aus der Praxis. Beim ersten gehst du Zelle für Zelle vor und prüfst für jede Zelle alle neun Zahlen. Beim zweiten gehst du Zahl für Zahl vor: Du nimmst die 1, suchst in jedem Block die Zellen, in denen sie noch möglich ist, und schreibst sie dort klein hinein. Dann folgt die 2, und so weiter. Der zweite Weg hat einen Vorteil: Dabei fallen dir Hidden Singles und Pointing Pairs nebenbei auf, weil du für jede Zahl ohnehin ihre Plätze im Block siehst. Prüf danach jede Zelle mit nur einem Kandidaten. Das ist ein Naked Single, den du sofort setzen kannst.

Unser Rat: Lass beim Eintragen keine Zelle aus, auch wenn sie viele Kandidaten hat. Eine Zelle mit fünf oder sechs kleinen Zahlen sieht unübersichtlich aus, aber gerade sie verrät später, ob eine Zahl in ihrer Einheit nur noch an einer Stelle steht. Fehlt sie, findest du falsche Hidden Singles.

So ordnest du die Notizen

Eine Zelle im gedruckten Sudoku ist klein. Wenn die Zahlen kreuz und quer darin stehen, liest du später eine 1 als 7 oder übersiehst eine 3. Die folgenden Regeln sind unser Rat aus der Praxis.

Gespitzter Bleistift, Radiergummi und Anspitzer liegen ordentlich neben einem Rätselgitter auf hellem Holz
Bild: KI-generiert
  • Feste Plätze: Schreib jede Zahl immer an dieselbe Stelle der Zelle, die 1 links oben, die 5 in die Mitte, die 9 rechts unten, wie auf einem Ziffernblock mit drei mal drei Tasten. So erkennst du auf einen Blick, ob eine Zahl fehlt.
  • Weich schreiben: Ein weicher, gut gespitzter Bleistift lässt sich sauber radieren. Kugelschreiber eignet sich nur für die endgültigen Zahlen.
  • Groß gegen klein: Endgültige Zahlen groß und mittig, Kandidaten klein am Rand. Wer beides gleich groß schreibt, verwechselt sie.
  • Streichen statt radieren: Einen Kandidaten durchzustreichen geht schneller als radieren und zeigt später, was du schon ausgeschlossen hast.

Ein Block mit Notizen als Beispiel

Das folgende Rätsel stammt aus unserem Sudoku-Generator, unser Prüfskript hat bestätigt, dass es genau eine Lösung hat. Es hat 30 Vorgaben. Nach unserer Rechnung stehen in der Ausgangslage 168 Kandidaten in 51 leeren Zellen, im Schnitt also gut drei je Zelle. Zeilen zählen wir von oben, Spalten von links, die Blöcke von links oben zeilenweise [1].

9541
185
9562
749
7
396
18475
647531
1

Wir schauen nur auf Block 3, rechts oben. Fünf Zellen sind dort schon gefüllt: 4, 1, 5, 6 und 2. Für die vier leeren Zellen ergeben sich aus Zeile, Spalte und Block diese Kandidaten:

Block 3Spalte 7Spalte 8Spalte 9
Zeile 14 (Vorgabe)1 (Vorgabe)Kandidaten 3, 7, 8
Zeile 2Kandidat 35 (Vorgabe)Kandidaten 3, 7, 9
Zeile 3Kandidaten 3, 86 (Vorgabe)2 (Vorgabe)

Mit diesen Notizen liest du zwei Dinge sofort ab. In Zeile 2, Spalte 7 steht nur noch die 3, das ist ein Naked Single. Und die 9 kommt im ganzen Block nur in Zeile 2, Spalte 9 vor, das ist ein Hidden Single.

Jetzt zeigt sich, warum das Streichen so wichtig ist. Setzt du die 3 in Zeile 2, Spalte 7, musst du die 3 aus allen Zellen streichen, die diese Zelle sehen. Im Block betrifft das drei Zellen. Zeile 3, Spalte 7 behält nur die 8. Damit fällt die 8 in Zeile 1, Spalte 9 weg, dort bleibt die 7. Für Zeile 2, Spalte 9 bleibt die 9. Der ganze Block löst sich in vier Zügen, und die Lösung des Rätsels bestätigt alle vier Zahlen.

Notizen aktuell halten

Notizen helfen nur, solange sie stimmen. Zwei Zellen, die sich eine Zeile, Spalte oder einen Block teilen, können nie denselben Wert haben [1]. Jede neue Zahl macht also in bis zu 20 Nachbarzellen einen Kandidaten ungültig, denn jede Zelle hat 20 Nachbarn [6]. Peter Norvig beschreibt genau diesen Schritt als erste Regel seines Programms: Hat ein Feld nur noch einen möglichen Wert, wird er bei allen Nachbarn gestrichen [6].

Mann um die vierzig streicht am Schreibtisch eine kleine Notiz in einem Rätselgitter durch
Bild: KI-generiert

Unser Rat für Papier: Streich nach jeder gesetzten Zahl sofort in Zeile, Spalte und Block, bevor du weitersuchst. Wer das aufschiebt, sammelt Kandidaten, die längst nicht mehr gelten, und findet dann falsche Pairs oder Singles. Auf unserem Sudoku-Spielfeld schaltest du die Notizen mit dem Knopf "Notizen" oder der Taste N ein. Eine endgültige Zahl überschreibt die Notizen ihrer Zelle, in den Nachbarzellen musst du selbst streichen.

Welche Techniken auf Notizen aufbauen

Ab hier arbeiten fast alle Techniken mit Kandidaten. Sie streichen Zahlen aus den Notizen, damit sich danach wieder Singles finden lassen [1]. Das sind die nächsten Schritte im Lernweg:

Zwei benachbarte Kästchen eines Rätselgitters mit denselben zwei blassen Notizen, verbunden durch eine Linie
Bild: KI-generiert
  • Pointing Pairs: Eine Zahl steht im Block nur in einer Zeile oder Spalte und fällt dort außerhalb des Blocks weg.
  • Naked Pairs: Zwei Zellen einer Einheit haben genau dieselben zwei Kandidaten. Diese beiden Zahlen fallen in der übrigen Einheit weg.
  • Hidden Pairs: Zwei Zahlen kommen in einer Einheit nur in denselben zwei Zellen vor. Alle anderen Kandidaten dieser Zellen fallen weg.

Die vollständige Reihenfolge von den Singles bis zu den Forcing Chains zeigt die Übersicht Sudoku-Lösungstechniken.

  1. HoDoKu: Introduction. Bernhard Hobiger, HoDoKu. Stand 2008 bis 2012. abgerufen am 29.10.2026
  2. Getting Started. Andrew Stuart, SudokuWiki.org. Stand 25.01.2012, geändert 14.04.2012. abgerufen am 29.10.2026
  3. HoDoKu: Singles. Bernhard Hobiger, HoDoKu. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. HoDoKu: Naked Subsets. Bernhard Hobiger, HoDoKu. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. HoDoKu: Hidden Subsets. Bernhard Hobiger, HoDoKu. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Solving Every Sudoku Puzzle. Peter Norvig. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.